Veranstaltungen, die verbinden

3. Mai bis 16. Juni 2017


Besondere Kulturwochen in Halle (Saale)

Vom 3. Mai bis zum 16. Juni 2017 wird in Halle (Saale) die Stadt der Sterblichen ausgerufen, eine Stadt, in der über den Tod gesprochen wird. Aus künstlerischer, kultureller, medizinischer und auch politischer Sicht wird zum Thema gemacht, was gern ins Abseits gedrängt wird. In diesem Zeitraum finden verschiedene Ausstellungen, Lesungen, Hörsaalabende und Workshops statt. Mit über 40 Veranstaltungen, 9 Ausstellungen und einem DeathSlam wurde ein Programm geschaffen, das vielseitige Annäherungen an das Thema ermöglicht.

 

Der Tod ist das sicherste, was uns im Leben bevorsteht und damit ein Thema aller Menschen, ein Thema, das verbindet. Die Stadt der Sterblichen ist keine sterbende Stadt, sondern eine, die das Leben ergreift, eben weil es endlich ist, eine Stadt, die sich bewegt.

 

Die Stadt der Sterblichen ist eine Veranstaltungsreihe auf Initiative der FUNUS Stiftung, unter Mitwirkung und Förderung der Stiftung der Saalesparkasse, des Halleschen Salinemuseum e.V., des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) sowie weiterer Partner. Ziel ist, die Angst vor dem Thema Tod zu verringern und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Das Ende des Lebens sollte durch den Menschen und nicht allein durch die äußeren Umstände gestaltet werden und dazu ist es notwendig, dass man sich mit dem Tod auseinandersetzt. Denn nur wer mündig ist, kann sich eine Meinung bilden und eine eigenen Vorstellung von den Möglichkeiten der letzten Monate und Tage entwickeln.

 

Ein Leben, das im Bewusstsein der eigenen Sterblichkeit gelebt wird, gewinnt an Tiefe und Kraft. In einer Zeit, in der vieles banal erscheint, kann es kaum etwas Besseres geben, als diesen Effekt.  

Wer?

Der Philosoph Cicero sagte über den Tod: "Wir aber wollen daran festhalten, dss wir nichts als ein Übel betrachten, was von der Natur uns allen gegeben worden ist." Wir werden alle sterben, der Tod ist so natürlich wie die Geburt und dennoch, spricht man wenig über ihn. Denn er macht Angst, er erschrickt und er trennt. Wenn man ihm jedoch als Thema begegnet, kann man diesen Lebensabschnitt begleiten und selbst gestalten. Die FUNUS Stiftung bietet mit ihrem Magazin drunter&drüber Ansätze, um sich dem Thema zu nähern. Mit der Stadt der Sterblichen wird dieses Prinzip erweitert. Wenn man genau hinschaut, ist der Tod überall, er gehört einfach dazu. Für sechs Wochen steht die Endlichkeit im Scheinwerferlicht: vielfältig, informativ, emotional und überraschend.  Denn kaum ein Thema ist so unerschöpflich wie der Tod.

 

Warum?

Der Tod betrifft uns alle, vor allem dann, wenn jemand in unserem Umfeld stirbt. Dann sollten wir damit umgehen können, um zu trauern, zu trösten und zu überleben. Die Annäherung an das Thema in Zeiten, in denen wir nicht gerade trauern, nimmt Angst und Hemmungen. Gian Domenico Borasio, einer der führenden Palliativmediziner Europas, hat einmal gesagt: "Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist die beste Gewähr für ein gutes Leben.
 Deshalb lohnt es sich, das Leben vom Tod her zu sehen." Auch sagt man, dass man am Ende weiß, was wirklich wichtig war. Wieso sollten wir diese Betrachtung nicht nach vorn holen, um dann unser Leben noch so gestalten zu können, dass wir glücklich werden?

Wie?

Der Tod ist eines der wichtigsten Themen in der Kunst, so dass es ein Leichtes ist, Bilder, Fotografien, Texte und Musik zusammen zu tragen, die einen Zugang schaffen. Im Zeitraum von 6 Wochen finden verschiedenste Ausstellungen, Lesungen, ein Death Slam, Workshops, eine Podiumsdiskussion und Informationsrunden statt, die eines gemeinsam haben: Ein spannendes und uns alle einendes Thema.

Das Beste am Tod ist, dass er erst zum Schluss kommt, deshalb gilt es an jedem Tag, das Leben zu feiern.

 



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